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Eingestellt am: 08.05.2012

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Papua Neuguinea

Bericht zur Installation von Funkgeräten mit Solartechnik

im Kirchenkreis Kâte, Papua-Neuguinea

 

Der Kirchenkreis Kâte liegt in der Küstenregion Finschhafen, im Nordosten Papua-Neuguineas und ist der älteste der 130 Jahre jungen Lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea.

Zum Kirchenkreis gehören acht Kirchenbezirke (Circuits): Kalasa, Somba, Hube, Sattelberg, Dedua, Quembung, Zaka und Garaina in der mehr als 100.000 Menschen im entlegenen Hochland leben. Mit Ausnahme einer schmalen unbefestigten Strassen, die zum Sattelberg und in die Nähe von Kalasa führt, sind die Kirchenbezirke nur zu Fuß zu erreichen. Der Fußmarsch kann mehrere Tage dauern. Für die Menschen, die fast alle vom Gartenbau leben, gibt es keine Infrastruktur wie Strassen, Transport oder Strom. Die nächste Stadt ist Lae und liegt etwa vier Stunden Schifffahrt entfernt. Zur Stadt besteht keine Straßenanbindung.

Mit einem Gesamtvolumen von etwa € 25.000,00 hat seit 2005 der Kirchenkreis Herzogtum Lauenburg die Vernetzung der Kirchenbezirke im Kirchenkreis Kâte mit Funkgeräten gefördert. Zur Stromversorgung wurde einfache Solartechnik installiert. Im Rahmen der "ökumenischen Verantwortung" der Kirchengemeinde Krummesse im Kirchenkreis Herzogtum Lauenburg (vgl. Freiwillige Vereinbarung der Kirchengemeinde Krummesse zum Klimaschutz) wurde ein Teil der ersparten Mittel aus dem Solarprojekt Krummesse (€ 2.425,67) zugunsten des Partnerkirchenkreises Kâte in Papua-Neuginea verwendet.


Ein einfaches Solarpanel versorgt über eine Batterie ein Funkgerät

Die Installation der Funkgeräten und der Solartechnik wurde vom Lutherischen Entwicklungsdienst (LDS) in Lae durchgeführt. Klaus Neumeier, Entwicklungshelfer und Mitarbeiter beim LDS berichtet von der Installation des Funkgeräts in Kalasa:

"Das Geraet wurde in Lae durch den Kotte Distrikt Praesidenten Pr Zawie entgegengenommen und inklusive Teleskopsendemast (5m) nach Maneba verschifft. Die Fracht ging dann mittels Auto ueber schlimme Strassen nach Heldsbach. Da es in Heldsbach zu dieser Zeit kein vernuenftiges Auto gab musste mittels "Wantoksytem" ein Allrad Auto aus Logaweng ausgeliehen werden. Pr Heiner Stahl traf um um 7Uhr30 in Heldsbach ein, flugs wurden alle benoetigten Materialien, Werkzeuge, Arbeiter, Kinder etc verladen und ab ging die Post nach Kalassa via Sialum. Nach fuenf Stunden ueber Stock und Stein, lebensgefaehrliche Bruecken und durch reisende Fluesse erreichte man Kalassa. Unverzueglich ging es ans Werk, Sondierung der Lage, Einteilung der vorhandenen Kraefte, drei Mann installieren das Solarmodul, drei verlegen Kabel installieren das Funkgeraet, die Batterie und den Lageregler und fuenf andere besteigen Baeume und spannen den 60m langen Antennendraht.

Um 14 Uhr 30 konnte Funkkontakt mit CRMF in Goroka hergestellt werden, nachdem die Werkzeuge verladen waren gab es die erste Rast. Die Ehefrau des "Circuit Praesidenten" Philip hatte ein Essen bereitet und Tee gekocht. Waehrend des Essens gab es eine Einfuehrung in den sachgemaessen Gebrauch des Geraetes und der Praesident und sein Sekretaer machten einen Probelauf. Nach einer kurzen Dankesansprache ging es ans Abschiednehmen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit konnte die letzte gefaehrliche Flussueberquerung bewaeltigt werden und weiter gings nach Heldsbach und Logaweng."


Kirchenpräsident Philip in Kalasa funkt.

Die Vernetzung der Kirchenbezirke kommt allen Menschen in den entlegenen Gebieten zu Gute. Der Funknetzbetreiber Christian Radio Missionary Fellowship (CRMF) bietet besonderen Service. So kann mehrmals am Tag ein Arzt konsultiert werden und es gibt direkte Verbindungen zur Missionary Aviation Fellowship, der einzigen kleinen Fluglinie, die auch die kleinen Landepisten im Hochland versorgt und im Notfall Menschen ins nächste Krankenhaus ausfliegt. In einem Notfall mussten die Menschen zuvor ihre Kranken tagelang in das nächste Krankenhaus transportieren oder Hilfe holen. Seit der Installation des Funkgeräts kann innerhalb eines halben Tages Hilfe organisiert werden.

In diesem Jahr findet das Projekt nun einen Abschluss mit der Vernetzung von Dedua und Quembung. Die Funkgeräte und die Solartechnik wurden erworben und werden in den kommenden Monaten vor Ort installiert.


Test der Funkgeräte

Solar Panel und Funkgerät