ALEXANDER JOHANN LÖPPRICH-IONAS der "letzte Mohikaner"

- Unser rumänischer Patenjunge -Hansi Löpprich hat nie eine deutsche Schule besucht. Er spricht sehr gut Sächsisch (seine Muttersprache), ein wenig Deutsch (mit starkem sächsischen Einfluß) und sehr gut Rumänisch. Die ersten 4 Klassen hat er in Bell besucht. Weiter gibt es da keine Schule, die Schüler müssen mindestens 12 km weit pendeln. Hansi geht aber ab der 5. Klasse in eine rumänische Stadtschule, und zwar nach Hermannstadt. Hermannstadt (rum. Sibiu) nennen wir unser "Zentrum" - dort gibt es noch viel deutsche Kultur, z.B. das Deutsche Forum, die deutschsprachige evangelisch-theologische Fakultät (die landesweiten Pfarrkonvente finden dort statt), der Bischofssitz, der berühmte evangelische "Bachchor", sogar ein siebenbürgisch-sächsischer Bürgermeister usw. Die Evangelische Kirche besitzt in Hermannstadt ein Schülerheim für evangelische Kinder von außen. Dort wohnt seit einem Jahr auch Hansi Löpprich aus Bell (ca. 45 km von Hermannstadt entfernt - auf den ersten Blick nicht weit, doch mit ganz schlechten Verbindungen!) Hansi Löpprich ist ein scheuer Dorfjunge, der sich schwer, aber inzwischen doch in der "Großstadt" eingelebt hat - Hermannstadt ist eine 250.000 Einwohner starke Stadt, mit z.Zt. gutem wirtschaftlichen Aufschwung - für Hansi Löpprich eine Metropole im Vergleich zum ruhigen Dörflein Bell! Er hat keine Geschwister. Mit seinen Eltern, Christa (37) und Alexandru (42), lebt im Haus auch die Großmutter mütterlicherseits -darum konnte Hansi das Sächsische so gut lernen (was wie gesagt, eine Seltenheit unter den Kindern und Jugendlichen geworden ist). Hansi ist einerseits scheu wie Dorfkinder es nun eben sind, aber begegnet stets freundlich den anderen Menschen und setzt sein strahlendes Lächeln auf . Die Eltern sind beide "arbeitslos" - ich habe das Wort in Einführungsstrichlein gesetzt, weil beide Bauern sind. Wann ist aber ein Bauer wirklich arbeitslos?... Ich möchte sagen: sie sind nirgends angestellt, arbeiten aber in der Landwirtschaft, also in der eigenen Wirtschaft (Feldarbeit, Vieh- und Hühnerzucht u.v.a.) um leben zu können. So kann man sich vorstellen, dass das Geld extrem knapp ist - die Produkte werden -falls jemand etwas verkaufen will - sehr schlecht bezahlt. Man arbeitet, um zu essen. Man wirtschaftet oft auch auf Viehmärkten,z.B. wenn man Haustiere verkauft. Die Feldarbeit wird sehr schwach bezahlt. Die Familie muss die Kosten des Schulinternates in Hermannstadt bezahlen, was für sie sehr hohe Kosten sind. Hansi Löpprich fährt darüber hinaus jedes Wochenende nach Bell. Das evangelische Schülerheim hat in seinem Programm auch das Zusammenhalten der Familien, d.h. die Kinder sollten, wo möglich, jedes Wochenende bei ihren Eltern sein.
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